In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie die geschätzten Einsparungen in den Smart Weather Compensation Berichten in Leanheat® Monitor zustande kommen: worauf sie beruhen, welche Formel dahintersteckt und wie die Prognose zum Saisonende erstellt wird.
Warum die Vorlauftemperatur und nicht der Wärmezähler
Der naheliegendste Weg, eine Einsparung zu messen, wäre der Wärmezähler. In der Praxis sind Wärmezähler jedoch nur selten mit den ECL-Reglern verbunden, während Daten zur Vorlauftemperatur immer verfügbar sind in Leanheat® Monitor.
Zudem wissen wir genau, welche Wirkung SWC auf die Vorlauftemperatur hat, denn SWC legt den Offset selbst an. Die Berechnung auf Basis der Vorlauftemperatur liefert daher einen verlässlichen Wert und ermöglicht es uns, jeden ECL-Kunden zu bedienen und nicht nur jene mit angeschlossenem Zähler.
Das Prinzip
Der Wärmeverbrauch wird aus der Vorlauftemperatur geschätzt: Eine hohe Vorlauftemperatur deutet auf hohen Verbrauch hin, eine niedrige auf geringen.
SWC legt auf Basis des Wetters einen Offset auf den Sollwert der Vorlauftemperatur, senkt ihn zum Beispiel an einem sonnigen Tag. Das verringert die Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raum, wodurch weniger Wärme abgegeben und damit weniger Energie verbraucht wird. Jede Änderung wird protokolliert, und die monatliche Einsparung ergibt sich aus dem Vergleich des durchschnittlich angeforderten Offsets mit der Situation ganz ohne Offset.
Die Formel
Die Wärmeübertragung von einem Heizkörper an den Raum lässt sich so ausdrücken:
Q = (Tf - Tr) x A x h
Dabei ist Q die Wärmeübertragung, Tf die Vorlauftemperatur, Tr die Raumtemperatur, A die Oberfläche des Heizkörpers und h der Wärmeübergangskoeffizient.
Stellt man das für die Situation mit SWC und ohne SWC gegenüber, sind Oberfläche und Wärmeübergangskoeffizient in beiden Fällen gleich und kürzen sich heraus. Auch die Raumtemperatur ist in beiden Fällen etwa gleich. Übrig bleibt ein Verhältnis, das nur von der Temperaturdifferenz abhängt und sich vereinfacht zu:
Einsparung % = Offset / (Tf + Offset - Tr)
Dabei ist Offset der durchschnittliche SWC-Offset des Monats und Tf die daraus resultierende durchschnittliche Vorlauftemperatur. Für die Berechnung wird eine konstante Raumtemperatur von 22 °C angenommen.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, der durchschnittliche SWC-Offset eines Monats beträgt 1,5 °C und die daraus resultierende durchschnittliche Vorlauftemperatur 50 °C. Die Rechnung lautet dann:
1,5 / (50 + 1,5 - 22) = 1,5 / 29,5 = 5,1 %
Deshalb ergibt ein scheinbar bescheidener Offset von ein bis zwei Grad trotzdem eine Einsparung von mehreren Prozent: Entscheidend ist der Offset im Verhältnis zur Differenz zwischen Vorlauf- und Raumtemperatur, nicht der Offset für sich genommen.
Nur Raumheizung
Alle geschätzten Einsparungen berücksichtigen ausschließlich die Raumheizung. SWC wirkt nicht auf Trinkwarmwasser oder andere Wärmeverbraucher, diese sind daher nicht Teil der Werte. Wenn Sie einen SWC-Bericht mit einer Wärmerechnung vergleichen, denken Sie daran, dass die Rechnung Verbräuche enthält, die SWC nie berührt.
Wie die Prognose entsteht
Die Einsparungen durch SWC hängen stark vom Wetter ab, daher kann eine Prognose für den Rest der Heizsaison nicht einfach den bisherigen Verlauf fortschreiben. Prognostizierte Einsparungen werden aus den durchschnittlichen historischen Wetterbedingungen am Standort des jeweiligen Reglers für den Rest der Saison berechnet, kombiniert mit der bisherigen Leistung des jeweiligen Reglers.
Deshalb können die Prognosebalken im SWC-Leistungsbericht deutlich von den realisierten abweichen: Ein milder, sonniger Frühling übertrifft den historischen Durchschnitt, ein kalter bleibt dahinter zurück.
Was Sie erwarten können
Nachgewiesene Einsparungen beim Raumheizungsverbrauch liegen im Bereich von 5 bis 15 %, bestätigt in Hunderten von Gebäuden in Mittel- und Nordeuropa. Für ein einzelnes Gebäude hängt der Wert von den Eigenschaften des Gebäudes, dem örtlichen Wetter und der bestehenden Konfiguration der Heizungsanlage ab. Betrachten Sie die Spanne daher als erwartbaren Bereich und nicht als Zusicherung für einen einzelnen Standort.